Warum bin ich bloß so hilfsbereit?
March 31, 2008
Autsch, mein Rücken knackst, mein Bizeps ist auf beiden Seiten mindestens an fünf Stellen gleichzeitig gerissen und die Füße sind krumm vom ewigen hin- und herlaufen. Richtig, meine Schwester startet wieder einmal einen neuen Umzug! Das dritte Mal in zwei Jahren, das letzte Mal vor fünf Monaten hieß es Kisten schleppen, überdimensionierte Sofas durch kleine Treppenhäuser aus dem vierten Stock nach unten zwängen, die alte Wohnung wienern und die neue Wohnung streichen. Ach ja, die Möbel aus der alten Wohnung müssen selbstverständlich auch in die neue rein. Natürlich nicht ohne zehnmaliges Umstellen, weil die werte Schwester sich gerne noch spontan anders entscheidet und auch erst alle Plätze in der Wohnung ausprobieren muss, bevor sie weiß, wo das 3-Tonnen-Sofa am besten hinpasst.Schreck lass nach, die neue Wohnung wurde noch gar nicht bearbeitet. Das wird erst in den nächsten Tagen kommen und ich habe noch viel zu viele schlechte Erlebnisse vom letzten Umzug im Hinterkopf.
Heute war es erst einmal an der Zeit, die alte Wohnung leer zuräumen und den ganzen Krempel in einen angemieteten Kleinlaster zu stopfen. Der Tag begann also wie folgt:
Um 7:30 kam ein “Aufstehen! Heute ist Arbeit angesagt” kreischendes Geschöpf, ich glaube es war meine Mutter, in mein Zimmer und riss mich brutal aus meinen süßen Träumen von Mädchen, Möpsen und Millionen. Dazu muss man sagen, dass einem durch die Umstellung auf Sommerzeit sowieso schon eine Stunde Schlaf geraubt wurde und ich in den Ferien vor 11:30 sowieso nicht aufstehe. Es war also, nach Winterzeit, erst 6:30. Verdammt früh. Vor allem viel zu früh, um körperliche Arbeit zu verrichten. Dazu noch in meinen wohlverdienten Ferien und an Gottes Ruhetag.
Also, taumelte ich schlaftrunken aus meinem Bett, schlang ein ganz und gar nicht sättigendes Frühstück herunter (wir waren laut Mutters schon viel zu spät dran) und verrichtete die allmorgendliche Körperhygiene.
Anschließend wäre ich beim Öffnen der Haustür fast erblindet, so viel Sonne war nicht gut für meine müden Augen. Zum Glück sah ich schon meine Schwester in ihrem Flitzer (blöder, nerviger und knallblauer Punto) vor unserer Haustür stehen. Es konnte also losgehen, in Richtung Schicksal bzw. in Richtung der nächst größeren Stadt, in der es die olle Wohnung auszuräumen galt. Wenigstens konnte ich während der 15-minütigen Fahrt noch einen Augenblick dösen, ehe ich abermals unsanft aus meinen Träumen gerissen wurde.
Ankunft in der Hölle, es konnte also losgehen. Lange diskutiert wurde nicht, es war ja klar, was zu erledigen war. Krempel aus der Wohnung raus, Krempel in den Kleinlaster rein. Die 3-Zimmer-Wohnung befand sich tatsächlich im vierten Stock eines Wohnblocks. Das Treppenhaus war tatsächlich ca. 1 m² breit. Und dann versucht mal zwei riesige Sofas durch dieses verdammt enge Treppenhaus nach unten zu befördern. Mein Vorschlag, die Sofas einfach aus der Balkontür zu schmeißen, es würde doch sowieso nix kaputtgehen, wurde mit Gezeter und der Frage, ob ich nicht ganz dicht sei, verneint. Gut, ganz ernst gemeint war mein Vorschlag nicht, aber man will sich doch Arbeit ersparen.
Also, die Sofas waren als erstes an der Reihe. Mit Mühe, Not und teilweise übermenschlichen Fähigkeiten, schafften wir es tatsächlich die sperrigen Sitzgelegenheiten nach unten zu zwängen. Natürlich nicht ohne sich sämtliche Quetschungen an den Fingern zu holen, mit dem Ding gegen zehn Wohnungstüren zu hauen und einen Lichtschalter im Flur zu beschädigen. Die neuen Kratzer an den Wänden merkt in dem Altbau sowieso keiner.
Nachdem die beiden Couches dann im Laster verfrachtet waren, ging es an die restlichen Möbel und Kartons. Die zu verladenen Schränke waren selbstverständlich auch noch nicht abgebaut, aber ich hab ja Zeit und auch nichts besseres zu tun. Wirklich.
Vier Stunden später war die Wohnung dann endlich leer, der Laster voll, ich durchgeschwitzt und mit gebrochenem Rückrat. So fühlte sich mein Kreuz zumindest an, was wahrscheinlich daran lag, dass ich diverse Sachen mit einem dusseligen Kollegen meiner Schwester zusammen trug. Der Depp war teilweise echt zu blöde. Lässt der doch den einen Schrank auf einmal los (mit der Begründung: “Mensch zieh doch nicht so!”), während wir den die Treppen runter balanciert haben und ich taumele alleine mit dem Schrank in den Händen rückwärts die Treppen hinunter und flieg gegen die Wand. Wäre ich nicht so erschöpft gewesen, hätte ich dem Blödmann eine rein gehauen.
Naja, wenigstens waren wir dann endlich fertig, im wahrsten Sinne des Wortes. Während die Schwester dann noch mit der Endreinigung der Wohnung beschäftigt war, habe ich dann wenigstens noch von ihrem Freund (nicht der Kollege) zwei Biere bekommen, mit denen ich mich erst einmal auf den Bürgersteig in die Sonne gelegt habe. Asozial, ich weiß, aber die beiden Flaschen Gerstensaft hatte ich mir doch wirklich verdient.
Geld habe ich für die Schinderei nicht bekommen, (viel zu) nett, wie ich bin, habe ich mich auch nicht beschwert. Wenn ich aber daran denke, dass erst ein kleiner Teil des Umzuges erledigt ist und die komplette neue Wohnung noch eingerichtet werden muss, werde ich mir wohl doch einen hübschen Betrag für die Besoldung ausdenken.
Mittwoch ist erst einmal streichen angesagt, da habe ich mir den Basti und den Thomas mit ins Boot geholt. Dafür gibt’s wenigstens für jeden von uns ein bisschen Kohle.
Auf bald,
ein erschöpfter und Bier trinkender Kevin
Cooler Beitrag
Hat Basti gut gemacht, Dich mit ins Boot zu holen… Achja, denk dran, dass er farbenblind ist, wenn ihr malt. Aber bei Deiner Schwester ist Dir das wohl egal, wa?
Danke Marc!
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Joa, wäre mir wirklich egal, bloß ich glaub die ganze Bude muss nur weiß gestrichen werden, da ist Farbenblindheit wohl nicht so schlimm
also komm, das ist doch selbstverständlich, dass mein seiner schwester für lau hilft
aber sie könnte zumindest so nett sein und nen kleinen betrag abtreten. is ja nicht so, dass sie die ganzen jahre nett zu dir war, oder?
jaha, ich mach das doch gerne
. bloß nach dem vierten mal nervt es dann auch so langsam, da muss man mich schon mit ein bisschen kohle überzeugen…
und nein, nett war sie wirklich nicht immer zu mir!
> und nein, nett war sie wirklich nicht immer zu mir!
nenn mir nur eine schwester, die nett ist
ok, mal von meiner abgesehen, aber bei der nervt es schon wieder extrem, dass sie so nett ist. also von dem her ist das auch wieder egal.
> bloß nach dem vierten mal nervt es dann auch so langsam
woa, du hältst aber lange aus. spätestens beim zweiten mal (wenn ich weiß, wie anstrengend ist) fordere ich gleich mal vorweg eine gegenleistung ein^^
Was gibts neues? Keine Zeit mehr zum Bloggen?
P. S.: Mein Blog ist umgezogen, kannst du bitte den Link in deiner Blogroll aktualisieren (Adresse siehe Homepage-Feld dieses Kommentars)?
danke für eure kommentare, *lebenszeichenvonsichgeb*.
dieser blog wird hoffentlich in den nächsten tagen wieder auferstehen von den totgeglaubten.
Adressenänderung läuft.