Gildentreffen
July 3, 2009
So, nachdem ich die letzten Wochen mal wieder eine kreative Schaffenspause eingelegt habe, tu ich mal wieder das, was ich dann am liebsten tu.
Ich fahr Bahn. Und während mein Laptop mal wieder ICE-Strom futtert und ich (auch wieder einmal – dejavu, Hm?) auf dem Weg nach Hannover bin um, von da aus nach Braunlage zu fahren und mich das Wochenende über gebührend abzuschiesen, vertreib ich mir halt die Zeit. Hab ja nur ingesamt 2einhalb Stunden Aufenthalt, von ingesamt 4 Stunden Fahrzeit. Spart wirklich Zeit mit der Bahn.
Aber naja, ich hab mir ja vorgenohmen, meine negative Ader endgültig zu begraben und gegen das Vertrauen in die Menschheit auszutauschen. Klappt soweit auch ganz gut.
Zum Beispiel heute morgen. Pünktlich um 6 klingelt der Wecker, präzise erwische ich den Ausknopf und werde direkt um 6.55 wieder von meinem Mitbewohner geweckt, als der sich seine erste Kippe auf dem Balkon einverleibt. Genau richtig um dann um 7.15 den Bus in die Stadt zu kriegen.
Und auch im Bus wird mein Vertrauen in die Menschheit nicht enttäuscht, okay, es hat keiner der alten Frau beim Aussteigen geholfen, bis ich dann den Gehwagen angepackt hab. Aber das ist sicher nur der Respekt der Anderen vor der Privatsspähre der Menschen. (Wobei wir Deutschen [Oder vielmehr unsere Politker] gerade dabei sind, eben diese ja abzuschaffen. Ist ja gerade für die “Terrorprävention sehr lästig… und das jeder mehr oder weniger das sagen und denken darf was er will… wie konnte das nur solange gut gehen? Naja nun tut sich ja endlich was im Land. Hm.)
Dann natürlich in der Eile die Kopfhörer meines iPods liegen gelassen, zu hause, aber auch hier springen die anderen Menschen sofort hilfsbereit ein. Es hört einfach jeder so laut, dass die Sitznachbarn, die keinen mp3-Player, problemlos mithören kann. Und das sogar GEZ-frei. Nur das mit dem Channel-Wechsel in diesem System funktionier noch nicht ganz so wie soll.
Dabei ist es so einfach, man sucht sich den Channel/Mitfahrer bei dem man hören möchte [Ich hab mich für das Speedmetal des Mädels 4 Reihen weiter entschieden. Dann bietet man die anderne natürlich etwas leiser zu machen, weil man ja sonst die Nebengeräusche hat, praktisch wie das Rauschen im Radio…
Da zeigen sich die ersten Probleme (Wobei ich mich frage, warum Taube überhaupt noch Musik-Geräte haben), kaum einer macht leise. Man hat also oft schlechten “Empfang”.
Noch schwerer wirds dann, wenn man den Channel verlassen will und einen anderen “antunen” will. Es macht auch keiner wieder lauter bzw schaut einen nur stumm an. Doof.
Naja in der Stadt angekommen, aus dem Bus raus (Hab die Channel-Inhaberin noch schnell nach ihrer Handynummer gefragt und sie bekommen… :O ). Zebrastreifen.
Autsch, hier krieselt das Vertrauen in die Menschheit wieder ein wenig, aber es nur ein kleiner Knacks, der Autofahrer fuhr wohl nach der “Den erwisch ich noch”-Methode.
Also nur ein Mißverständnis mit der von mir ausgeübten “Fahr mich bitte nicht in einer 30-Zone auf einem Zebrastreifen tot, den ich hab mein Leben noch vor mir”-Theorie.
Dann Arbeit. Hier muss noch viel getan werden. Ingesamt haben heute 2 Leute versucht, mir beim Rangieren von Anhängern den Fuss zu brechen (immer nur den linken), fünfmal habe sie mich mit Skipaaren erwischt und einmal mit einem riesigen Erdball. (Also also aus Gummi, mit Luft gefüllt.) Nebenbei noch einen der Bürorechner platt gemacht (dieses Mal sollte ich sogar) und dann ab zum Bahnhof in Mölln. Beim Einstieg in den Zug habe ich Entwicklungshilfe geleistet und mehreren Fahrgästen zu einem Sitzplatz verholfen, indem ich kleinen Gören beigebracht habe, dass ihr Dre… ihre Rucksäcke nicht auf den Sitzen liegen müssen. (Hier finde ich langsam gefallen an der “Holier than you”-Einstellung… macht Spaß und ist gut fürs Ego. Mäh.)
Im Bahnhof in Lüneburg dann die ersten 40 Minuten Aufenthalt, die ich mit Döner und Cola verbringe (Praktisch der German Way of Life.), was für die Bahnhofsmission gespendet (was ich auch ohne neue Lebenseinstellung gemacht hätte(!), okay, es ist eine teils kirchliche Einrichtung, aber wenn es sonst keiner fertig bringt, aktiv zu helfen und auch wirklich present zu sein, dann halt so. Und bisher habe ich wirklich auf jeder Reise an jedem größeren Bahnhof eine Mission gefunden, wo auch jemand da war. Nicht, dass ich es bisher gebraucht habe, aber es ist doch schön zu wissen, dass es sie gibt.) und beim Einsteigen in den Zug den Arsch gerempelt (4 oder 5 Mal), der meinte erst mal nichts spenden zu müssen und dann den Flyer auf den frisch gefegten Boden zu schmeissen.
Im ICE sogar gleich einen Sitzplatz gefunden und dann angefangen mit meinem iPod einen eigenen Stream aufzu machen, eben für die Leute, die sich kein Mp3-Player leisten können. Leider scheint diese neue Technik noch nicht so verbreitet zu sein, und so sprach ein Herr 2 Sitzplätze weiter den Schaffner an, ob er mir nicht sagen könne, ich solle meine Musik leiser machen. (Hab ich natürlich gemacht, vielleicht streamen die ja auch schon woanders) Auch hier bin ich begeistert von der einfach und schnellen Kommunikation Musik-Lautstärke-Herr-Nerven-Schaffner-Ich-leiser. Ist doch kürzer als… ein ICE? (Doh.)
Na mal schauen, ob das ganze das Wochenende überlebt.
Ich bin zuversichtlich.
Knuth. (sic!)
Filed under: Alles, Go(o)d Day :), Leben, Musik, basti | Comments (2)
Du meinst GEMA, nicht GEZ, oder?
Vampir ist Vampir oder?